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Im südfranzösischen Le Castellet, unweit der schönen Cte d’Azur, liegt der „Circuit Paul Ricard“, ein ehemaliger Formel 1 Kurs im Besitz von Formel 1 Boss Bernie Ecclestone. Für VW ist genau das der richtige Ort, den bekanntesten Sportler des Hauses vorzustellen den neuen Golf GTI. Diese Rolle hat längst der Golf R übernommen, der ab 2014 mit annähernd 300 PS an den Start gehen soll. Trotzdem stehen die drei Buchstaben G, T und I wie kein anderes Kürzel im Automobilbereich für alltagstaugliche Sportlichkeit und bezahlbare Emotionen. Wenn der Golf, wie es uns die Werbung suggeriert, „das Auto“ ist, dann kann man den GTI guten Gewissens mit dem Etikett „der Kompaktsportler“ versehen. Hier kann der auf 230 PS erstarkte Performance GTI sein technisches Highlight unter Beweis stellen eine elektronisch geregelte Differenzialsperre an der Vorderachse. Die funktioniert so: Tritt in schnell gefahrenen Biegungen am kurveninneren Rad Schlupf auf, wird mehr Antriebskraft auf das äußere Rad übertragen. Dadurch wird das Fahrzeug quasi in die Kurve gezogen und bleibt beim Herausbeschleunigen sauber in der Spur. Und wo andere Fronttriebler beim Einlenken untersteuern, kann der GTI Pilot gefahrenlos wieder voll aufs Gas steigen. Das erhöht die Sicherheit und den Fahrspaß dazu. Das Performance Paket kostet 1.125 Euro und umfasst zusätzlich eine Bremsanlage mit größeren Scheiben vorne sowie weißen GTI Schriftzügen auf den roten Sätteln. Die Standardversion des Sport Golf muss sich mit 220 PS und damit zehn Pferdestärken weniger begnügen. Aber was heißt hier begnügen? Der Leistungsunterschied ist so gut wie nicht zu spüren. Im Vergleich mit dem Vorgängermodell hat der neu entwickelte Zweiliter Turbobenziner ebenfalls „nur“ um vergleichsweise bescheidene zehn PS zugelegt. Gleichzeitig ist das maximale Drehmoment aber von 280 auf ordentliche 350 Newtonmeter angewachsen.

250 km/h Spitze

Bereits ab 1.000 Umdrehungen geht es zügig voran. Doch den Vierzylinder dreht man gerne auch richtig hoch, bis bei 6.000 Touren der Begrenzer eingreift. Das liegt vor allem am kernig sonoren Sound, den der GTI bei hohen Drehzahlen offeriert. Wer entspannt unterwegs ist, vernimmt hingegen nur eine sehr dezente Sportnote. Der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 gelingt in 6,5 Sekunden, die Performance Variante ist eine Zehntelsekunde schneller. Geschaltet wird serienmäßig von Hand über ein knackiges Sechsgang Getriebe oder automatisch mithilfe des zackigen Sechsgang Doppelkupplungsgetriebes. Das 1.900 Euro teure DSG lässt sich alternativ auch über Paddles am Lenkrad steuern. Je nach Motor /Getriebekombination variiert die Höchstgeschwindigkeit zwischen 244 und 250 km/h. Das größte Plus des kompakten Dynamikers ist jedoch dessen Ausgewogenheit: Ob gemütliches Cruisen, schnelle Lastwechsel oder das Auto einfach nur ordentlich treten: Der neue GTI erledigt alles ziemlich lässig und souverän.

18 Prozent weniger Verbrauch

Von den weniger als 900 Kilogramm, die den Ur GTI 1976 federleicht über den Asphalt brausen ließen, ist die siebte Auflage zwar weit entfernt. Im Vergleich zum Vorgänger speckte sie dennoch um 42 Kilogramm ab. Das kommt unter anderem dem Verbrauch zugute, ebenso wie das serienmäßige Start Stopp System. 6,0 Liter gibt VW als Durchschnittswert für den Handschalter an, das sind 18 Prozent weniger als beim Sechser GTI. In der Praxis ist die Werksangabe allerdings nur schwer realisierbar. Wir kamen selbst bei behutsamer Fahrweise selten unter die Acht Liter Marke.

Das serienmäßige Sportfahrwerk legt die Karosserie gegenüber dem herkömmlichen Golf 1,5 Zentimeter tiefer. Sehr zu empfehlen ist die Kombination mit der adaptiven Fahrwerksregelung DCC: Für 990 Euro extra kann der Pilot dann die Dämpfer je nach Fahrsituation und persönlichen Vorlieben variieren. Im Comfort Modus rollt der GTI beinahe schon sanft ab, in der Sport Einstellung geht es spürbar straffer zur Sache. Im GTI kommt erstmals die so genannte Progressivlenkung zum Einsatz. Sie unterscheidet sich durch eine variable Verzahnung und einen stärkeren Elektromotor von der Basislenkung. In engen Kurven muss der Fahrer weniger oft umgreifen, auch beim Rangieren wird die Lenkarbeit reduziert. Bis zum Volleinschlag sind nur 2,1 statt bisher 2,8 Lenkradumdrehungen nötig. Als Zutaten dienen große Lufteinlässe vorn, 17 Zoll Leichtmetallräder rundum sowie verchromte Endrohre hinten. Die traditionelle rote Umrandung des Kühlergrills ist einer einzigen roten Linie gewichen, die sich jetzt durch die Scheinwerfer zieht. Die ohnehin hochwertige Golf VII Kabine präsentiert sich noch etwas schicker eingerichtet. Unter anderem gibt es ein griffiges Dreispeichen Sportlenkrad, edel anmutende Alupedale und gut geschnittene Sportsitze. Als nette Reminiszenzen an den ersten GTI dienen Sitzbezüge mit Karomuster und der Schaltknauf in Form eines Golfballs. Preislich geht’s für den Dreitürer samt Handschaltung bei 28.350 Euro los, mit fünf Türen sind es 900 Euro mehr. Die insgesamt ordentliche Serienausstattung lässt beim Radio allerdings einen CD Player vermissen, der 205 Euro zusätzlich kostet. Ebenfalls aufpreispflichtig sind technische Raffinessen wie der Abstandstempomat, der Spurhalteassistent, der Einparkassistent sowie das Navigationssystem mit Gestensteuerung.
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